Im Büro nebenan schwitzt die Buchhaltung, während zwei Meter weiter die IT nach einer Jacke sucht. Kein Wunder: Nicht jeder Job braucht dieselbe Raumtemperatur. Wir zeigen, welche Werte passend erscheinen.
Hinweis: Die genannten Temperaturen sind praxisnahe Richtwerte und ersetzen keine arbeitsrechtlichen Vorgaben oder technischen Normen.
Worum geht es in diesem Artikel?
Welche Temperatur zu welchem Bürobereich passt – von konzentrierter Schreibtischarbeit über Kreativ- und Meetingräume bis zum Serverraum – und warum zonierte Klimasysteme besser funktionieren als eine Einheitslösung.
Das Wichtigste vorab zusammengefasst
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Konzentrierte Schreibtischarbeit: ideal etwa 20 bis 22 °C.
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Kreativ- und Meetingräume: ca. 22 bis 24 °C, wegen mehr Bewegung und Personen.
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Serverräume / IT: konstant ca. 18 bis 21 °C, nach Herstellerangaben.
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In kleinen Büros kann ein Gerät reichen – bei größeren helfen getrennte Zonen.
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Entscheidend ist eine stabile Temperatur, nicht der exakte Grad.
Warum braucht nicht jeder Job dieselbe Temperatur?
→ Weil Kopfarbeit, Bewegung und Technik unterschiedlich viel Wärme erzeugen und unterschiedlich empfindlich auf Hitze reagieren.
Wer den ganzen Tag konzentriert sitzt, produziert wenig Eigenwärme und kühlt schneller aus als jemand, der zwischen Meetingraum und Kaffeeküche pendelt. Gleichzeitig heizen Bildschirme, Drucker, Menschen und Serverschränke jeden Raum zusätzlich auf.
Ein Großraumbüro mit gemischten Tätigkeiten hat deshalb selten eine einzige „richtige“ Temperatur – Buchhaltung, Vertrieb und IT empfinden denselben Raum völlig unterschiedlich.
Das ist kein Komfort-Luxus: Wird es zu warm, nimmt die Konzentration häufig ab und die Fehlerquote steigt. Genau hier setzt durchdachte Gebäudetechnik an, die Zonen statt Pauschalwerte ermöglicht.
Die beste Klimalösung ist selten ein einheitlicher Wert für alle, sondern orientiert sich an den jeweiligen Aufgaben und Bereichen. Genau das macht den Unterschied zwischen einem Büro, das nur kühlt, und einem Büro, das wirklich funktioniert.
Plamen Nakov, HKLS Leitung
Welche Temperatur passt zur ruhigen Schreibtischarbeit?
→ Für konzentrierte Kopfarbeit gelten rund 20 bis 22 °C als Richtwert – eher im unteren Wohlfühlbereich, aber günstig für die Leistung.
Wer Zahlen prüft, Texte schreibt oder programmiert, sitzt meist ruhig und bewegt sich wenig. In diesem Modus fühlen sich 20 bis 22 °C erfahrungsgemäß am angenehmsten an – wärmer macht schneller müde, kühler lenkt ab. In zu warmen Büros nehmen Tippfehler und Konzentrationsaussetzer erfahrungsgemäß zu.
Gleichzeitig darf es nicht zu kalt sein, sonst wandern die Gedanken zu kalten Füßen statt zur Aufgabe. Der Trick liegt in der Konstanz: Schwankungen stören die Konzentration mehr als ein leicht zu kühler oder warmer Fixwert.
Wenn’s heiß wird, zählen natürlich auch kreative Lösungswege
| Bürobereich | Temperatur-Richtwert | Besonderheit |
|---|---|---|
| Schreibtisch / Fokus | 20–22 °C | Wenig Bewegung, hohe Konzentration |
| Meeting- / Kreativräume | 22–24 °C | Mehr Personen, mehr Bewegung |
| Serverraum / IT-Technik | 18–21 °C | Technik schützt, Herstellerangaben |
| Empfang / Kundenbereich | 21–23 °C | Häufige Türöffnungen, wechselnde Last |
Wie warm darf es in Kreativ- und Meetingräumen sein?
→ Kreativräume vertragen mit 22 bis 24 °C etwas mehr Wärme, weil Bewegung und Austausch den Kreislauf ohnehin in Schwung halten.
Wer im Stehen brainstormt, zwischen Whiteboard und Sitzkreis wechselt oder in Meetings diskutiert, erzeugt automatisch mehr Eigenwärme als am ruhigen Schreibtisch – oft kommen mehrere Personen gleichzeitig zusammen und heizen den Raum zusätzlich auf. Hier dürfen es ruhig 22 bis 24 °C sein, ohne dass es unangenehm wird.
Wird es kühler, frieren die ruhigeren Teilnehmenden, während die Aktiveren längst schwitzen. Zu warm wiederum macht müde – und aus einem lebendigen Brainstorming wird schnell ein zähes Nicken.
Da Meetingräume oft nur stundenweise genutzt werden, lohnt sich eine bedarfsgerechte Steuerung, die erst kurz vor der Nutzung hochfährt statt permanent zu heizen oder zu kühlen.
Welche Temperatur braucht die IT-Abteilung und der Serverraum?
→ Server und Netzwerktechnik brauchen konstante, meist kühlere Temperaturen um 18 bis 21 °C – unabhängig davon, was die Belegschaft bevorzugt.
Prozessoren und Netzwerkkomponenten erzeugen permanent Wärme und reagieren empfindlich auf dauerhaft zu hohe Temperaturen, die die Lebensdauer der Hardware verkürzen können. Häufig genutzte Richtwerte liegen bei etwa 18 bis 21 °C bei möglichst konstanter Luftfeuchtigkeit.
Wichtiger als der exakte Wert ist die Verlässlichkeit: Ein Ausfall der Kühlung kann innerhalb kurzer Zeit zu Hitzeschäden führen. Entscheidend sind hier die konkreten Herstellerempfehlungen. Deshalb lohnt sich in solchen Räumen eine eigene, überwachte Kühlzone statt einer Mitversorgung durchs allgemeine Bürosystem.
Wie lässt sich die passende Temperatur fürs ganze Büro umsetzen?
→ Eine zonierte Klimatisierung mit mehreren steuerbaren Bereichen löst unterschiedliche Temperaturwünsche zuverlässiger als ein einzelnes Gerät fürs ganze Gebäude. .
Am Empfang öffnet sich ständig die Tür, im Meetingraum wird diskutiert, am Schreibtisch wird konzentriert gearbeitet – ein einziges Klimagerät für das ganze Büro macht zwangsläufig einen Teil der Belegschaft unzufrieden.
Ja, eine zonierte Klimatisierung mit mehreren steuerbaren Bereichen löst unterschiedliche Temperaturwünsche oft besser als eine einzelne Klimaanlage fürs Büro für alle.
Typische Zonen im Büro sind zum Beispiel:
- Empfangs- und Kundenbereich
- Schreibtisch- und Konzentrationsbereiche
- Meeting- und Kreativräume
- Server- und Technikräume
Sinnvoll ist eine Aufteilung in Bereiche, die unabhängig voneinander regelbar sind und sich an der jeweiligen Nutzung orientieren. Moderne Systeme setzen dafür zum Beispiel auf mehrere Innengeräte oder getrennt regelbare Bereiche, die zentral gesteuert und überwacht werden können.
Das funktioniert technisch anders als eine Klimaanlage im Einfamilienhaus, weil im Büro mehr Zonen, mehr Personen und mehr Wärmequellen gleichzeitig zusammenspielen.
Eine gut geplante Klimaanlage fürs Büro berücksichtigt diese Unterschiede von Anfang an, statt sie später mühsam auszugleichen. Wer hier bewusst plant statt improvisiert, spart langfristig Energie und sorgt in jedem Bereich für ein Klima, das zur jeweiligen Tätigkeit passt – selbstverständlich unter Beachtung der geltenden gesetzlichen Vorgaben zu Raumtemperaturen am Arbeitsplatz.
FAQ
Die am häufigsten gestellten Fragen im Überblick.
Wie laut darf eine Klimaanlage im Büro sein?
Für den ungestörten Bürobetrieb, insbesondere bei Telefonaten oder Video-Calls, sollte das Innengerät möglichst leise arbeiten. Split-Klimaanlagen liegen mit ihrem Innengerät meist deutlich unter dem Geräuschpegel mobiler Klimageräte, da der lautere Kompressor im Außengerät sitzt.
Ist der Arbeitgeber verpflichtet, ein Büro zu klimatisieren?
Eine gesetzliche Pflicht zur Installation einer Klimaanlage besteht in der Regel nicht. Arbeitgeber sind jedoch angehalten, bei hohen Raumtemperaturen geeignete Maßnahmen zur Abhilfe zu treffen, etwa durch technische Kühlung oder organisatorische Anpassungen.
Wie lange dauert der Einbau einer Split-Klimaanlage im Büro?
Die Installation eines Split-Geräts nimmt je nach baulichen Gegebenheiten in der Regel ein bis zwei Arbeitstage in Anspruch. Der Bürobetrieb muss dabei meist nicht vollständig unterbrochen werden.
Trocknet eine Klimaanlage die Luft im Büro aus?
Klimageräte entziehen der Luft beim Kühlen automatisch Feuchtigkeit, was bei Dauerbetrieb zu spürbar trockener Raumluft führen kann. Eine gute Abstimmung von Kühlleistung und Raumgröße sowie ergänzende Lüftung wirken dem entgegen.
Kann eine Klimaanlage im Büro auch heizen?
Viele moderne Split-Klimaanlagen arbeiten als Wärmepumpe und lassen sich im Winter zum Heizen nutzen. Damit übernimmt ein Gerät sowohl die Kühlung im Sommer als auch die Unterstützung der Heizung in der kälteren Jahreszeit.
Fazit
Jeder Bürojob hat sein eigenes Wohlfühlklima – von der kühlen Konzentration bis zur warmen Kreativrunde. Wer das berücksichtigt, arbeitet nicht nur produktiver, sondern schont auch Technik und Energiebudget.
Eine durchdachte, zonierte Lösung macht aus einem Kompromiss für alle ein passendes Klima für jeden.

Michael Huber verfügt über mehr als 35 Jahre Erfahrung in der Gebäudetechnik. Nach seinem Einstieg als Monteur im Bereich Elektro- und Haustechnik sammelte er umfassendes Know-how in Planung, Projektleitung und Ausführung.
2014 gründete er die HME GmbH in Graz, die heute als Generalunternehmer für HKLS, Elektrotechnik, Gebäudeautomation, Photovoltaik und Sicherheitstechnik tätig ist. Sein Fokus liegt auf ganzheitlich integrierter Gebäudetechnik – von der Planung bis zur Inbetriebnahme.
