Die interaktive 42-Punkte-Checkliste - auch zum Download!
Diese Übersicht unterstützt Sie dabei, einen seriösen und passenden Installationsbetrieb für Ihre Badsanierung zu finden. Wir von HME legen sie bewusst offen – denn an genau diesen Punkten dürfen Sie auch uns messen. Haken Sie ab, was bereits geklärt ist, und Sie erkennen auf einen Blick, worauf es bei der Auswahl ankommt.
Vor der Suche: Bedarf klären
Je genauer Sie wissen, was Sie wollen, desto vergleichbarer werden später die Angebote.
- Umfang festgelegt: Komplettsanierung oder einzelne Bereiche (z. B. Dusche statt Wanne)
- Geklärt, ob Leitungen erneuert werden sollen (Wasser, Abfluss, Elektrik)
- Barrierefreiheit mitgedacht (bodenebene Dusche, Haltegriffe, ausreichende Bewegungsflächen)
- Wunschliste erstellt – getrennt nach Muss und Wunsch
- Skizze oder Fotos des Bades inklusive Maße vorbereitet
- Zeitfenster überlegt, in dem die Sanierung für Sie möglich wäre
Recherche: Betriebe finden und prüfen
Seriosität lässt sich in Österreich gut überprüfen – nutzen Sie diese Möglichkeiten.
- Empfehlungen aus dem persönlichen Umfeld eingeholt
- Regionale Betriebe mit Schwerpunkt Badsanierung recherchiert
- Firmeneintrag geprüft (z. B. WKO Firmen A–Z)
- Gewerbeberechtigung bzw. Befähigungsnachweis im Installationsgewerbe vorhanden
- Online-Bewertungen kritisch gelesen – auf wiederkehrende Muster geachtet statt auf Einzelmeinungen
- Referenzprojekte abgeschlossener Badsanierungen erfragt
- Geprüft, ob der Betrieb mehrere Gewerke koordinieren kann (Installation, Elektrik, Fliesen)
Erstkontakt und Besichtigung
Ein seriöser Betrieb sieht sich Ihr Bad an, bevor er Aussagen zum Aufwand trifft.
- Besichtigungstermin vor Ort vereinbart – keine Einschätzung ohne Besichtigung akzeptiert
- Eindruck beim Termin: pünktlich, vorbereitet, hört aufmerksam zu
- Bestehende Leitungen und Bausubstanz wurden angesehen und angesprochen
- Fragen wurden verständlich beantwortet, ohne auszuweichen
- Feste Ansprechperson für das Projekt benannt
Angebote vergleichen
Vergleichbar sind Angebote nur, wenn sie denselben Leistungsumfang beschreiben.
- Schriftliches Angebot mit detailliertem Leistungsverzeichnis erhalten
- Material und Arbeitsleistung getrennt ausgewiesen
- Klar erkennbar, welche Gewerke enthalten sind – und welche nicht
- Demontage und Entsorgung im Angebot berücksichtigt
- Mehrere Angebote auf Basis desselben Leistungsumfangs verglichen
- Unklare Positionen nachgefragt und schriftlich geklärt
Vor der Beauftragung
Alles, was jetzt schriftlich festgehalten wird, erspart später Diskussionen.
- Betriebshaftpflichtversicherung schriftlich bestätigt
- Zeitplan mit Start- und Endtermin schriftlich fixiert
- Zahlungsplan an den Baufortschritt gekoppelt – keine ungewöhnlich hohe Vorauszahlung
- Gewährleistung und Vorgangsweise bei Mängeln besprochen
- Zuständigkeit für die Koordination aller Gewerke festgelegt
- Vereinbart, dass Mehrarbeiten nur nach schriftlicher Freigabe ausgeführt werden
Während und nach der Sanierung
Eine saubere Abnahme und vollständige Unterlagen sichern Ihre Ansprüche.
- Regelmäßige Abstimmung zum Baufortschritt vereinbart
- Änderungen während der Arbeiten nur schriftlich beauftragt
- Gemeinsame Abnahme mit schriftlichem Protokoll durchgeführt
- Mängel im Protokoll festgehalten und Frist zur Behebung vereinbart
- Rechnung mit Angebot und schriftlich freigegebenen Zusatzaufträgen abgeglichen
- Unterlagen abgelegt: Rechnung, Abnahmeprotokoll, Garantiebelege, Fotos der neuen Leitungen
Warnsignale – hier sollten Sie genauer hinsehen
Trifft einer dieser Punkte zu, ist Vorsicht angebracht. Treffen mehrere zu, suchen Sie besser weiter.
- ⚠Es wird ausschließlich Barzahlung gewünscht
- ⚠Kein schriftliches Angebot – nur mündliche Zusagen
- ⚠Pauschale Zusagen ohne Besichtigung vor Ort
- ⚠Ungewöhnlich hohe Anzahlung vor Arbeitsbeginn
- ⚠Druck, sofort zu unterschreiben („Das Angebot gilt nur heute“)
- ⚠Keine Aussage dazu, wer andere Gewerke koordiniert
- ⚠Keine nachvollziehbare Firmenadresse oder kein Firmeneintrag auffindbar
Sechs Fragen für das Erstgespräch
Nehmen Sie diese Fragen zum Termin mit – und haken Sie ab, was Sie gestellt haben.
- „Wer koordiniert die Gewerke – und wer ist meine Ansprechperson?“Gut: Eine Person ist klar benannt und erreichbar.
- „Wie gehen Sie mit unvorhergesehenen Problemen hinter Wand oder Boden um?“Gut: Erst informieren, dann schriftlich freigeben lassen, dann ausführen.
- „Wie lange ist das Bad voraussichtlich nicht benutzbar?“Gut: Eine realistische Spanne statt einer auffällig optimistischen Zusage.
- „Wer übernimmt Demontage und Entsorgung?“Gut: Ist im Angebot ausdrücklich enthalten und ausgewiesen.
- „Wie wird die Wohnung während der Arbeiten geschützt?“Gut: Staubschutz und Abdeckung der Wege werden ohne Nachfrage angesprochen.
- „Wann erhalte ich den schriftlichen Zeitplan?“Gut: Vor der Beauftragung – mit Start- und Endtermin.
Fazit
Die Wahl des richtigen Installationsbetriebs entscheidet maßgeblich darüber, wie reibungslos Ihre Badsanierung verläuft – oft mehr als die Auswahl von Fliesen oder Armaturen. Wer sich vor der Beauftragung die Zeit nimmt, den eigenen Bedarf zu klären, Betriebe sorgfältig zu prüfen und Angebote auf gleicher Basis zu vergleichen, erspart sich später Verzögerungen, Missverständnisse und unnötige Diskussionen.
Besonders wichtig: Lassen Sie alle wesentlichen Punkte schriftlich festhalten – vom Leistungsverzeichnis über den Zeitplan bis zum Abnahmeprotokoll. Seriöse Betriebe haben damit kein Problem, im Gegenteil: Sie schaffen diese Klarheit von sich aus. Nehmen Sie die Warnsignale ernst, vertrauen Sie aber auch auf Ihren Eindruck aus dem persönlichen Gespräch.
Ein Betrieb, der zuhört, Fragen offen beantwortet und die Koordination aller Gewerke übernimmt, ist die beste Grundlage für ein Bad, an dem Sie viele Jahre Freude haben. Unsere Checkliste begleitet Sie dabei Schritt für Schritt – vom ersten Gedanken bis zur Abnahme.

Michael Huber verfügt über mehr als 35 Jahre Erfahrung in der Gebäudetechnik. Nach seinem Einstieg als Monteur im Bereich Elektro- und Haustechnik sammelte er umfassendes Know-how in Planung, Projektleitung und Ausführung.
2014 gründete er die HME GmbH in Graz, die heute als Generalunternehmer für HKLS, Elektrotechnik, Gebäudeautomation, Photovoltaik und Sicherheitstechnik tätig ist. Sein Fokus liegt auf ganzheitlich integrierter Gebäudetechnik – von der Planung bis zur Inbetriebnahme.